Lisa Lyskava’s erregender, prickelnder, visueller Jazz in den Gelabert Studios

Gallery & Studio, New York, November/Dezember 2000

Die Verbindung zwischen der abstrakten expressionistischen Malerei und dem Jazz erklärt sich von selbst: beide kommen zum großen Teil von der Improvisation her. Angefangen hat es in New York in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Als es zu einem lebhaften Austausch zwischen den sogenannten “Actionmalern” und den Bebop-Musikern kam, obwohl in der Tendenz eher die Musik die Malerei beeinflusste als umgekehrt. Jazzmusiker improvisierten bereits seit Jahrzehnten: der spontane Ausdruck in der Malerei aber war vergleichsweise neu. Künstler wie Willem de Kooning und Franz Kline konnte man oft in Nachtclubs wie dem Five Spot und dem Village Gate finden – hier suchten sie Inspiration in der Musik von Jazzern wie John Coltrane, Theolonius Monk und Charles Mingus.

Das musikalische Bindeglied zieht sich bis in die Gegenwart hinein und zeigt sich in der Arbeit der zeitgenössischen deutschen Malerin Lisa Lyskava, die beim Malen in ihrem Studio häufig Jazz hört und deren Einzelausstellung “The Sound of Color” in den Gelabert Studios International Art Gallery, 255 West 86th Street (am Broadway) vom l0. November bis 2.Dezember zu sehen ist. (Am l0. November gibt es von 18 bis 21 Uhr einen Empfang für die Künstlerin.)

Zu einer Zeit, da andere deutsche Neoexpressionisten wie Jörg Immendorf und A.R. Penck zu ihren Wurzeln im Figurativen zurückgekehrt sind, bleibt Lisa Lyskava der Abstraktion treu. Obwohl sie erst seit gut zehn Jahren ausstellt, blickt sie mittlerweile auf mehr als 50 Einzelausstellungen zurück sowie auf zahlreiche Gruppenausstellungen in Europa und den Vereinigten Staaten. Eine ihrer bedeutendsten Präsentationen fand l998 statt, als das deutsche Konsulat seinen neuen Sitz in der UN Plaza mit einer Ausstellung ihrer Bilder einweihte.

J. Sanders Eaton, Gallery & Studio, New York (USA) 2000